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Der Dachverband der Anthropologinnen und Anthropologen der Schweiz vertritt die Interessen des Fachs gegenüber der Öffentlichkeit und den Behörden. Seine Mitglieder setzen sich vorwiegend aus naturwissenschaftlich orientierten Fachleuten zusammen.

Bild: LoveIsAFastSong, photocase.de

Internationale Tagung: Lesen des Bodens in der Archäologie: Feldpraxis und interdisziplinäre Perspektiven

Veranstaltungsort

3 rue des Tanneurs, 37000 Tours, France

29. November bis 1. Dezember 2023, TOURS (Frankreich)

Bodenprofil

Französisches nationales Institut für präventive archäologische Forschung (Inrap), in Partnerschaft mit dem Labor "Archäologie und Territorien" des UMR 7324 CITERES (CNRS, Universität Tours) und in Zusammenarbeit mit der Abteilung Archäologie des Amtes für Kulturerbe und Archäologie von Neuchâtel (Schweiz), lädt Sie ein, an einem dreitägigen internationalen Symposium teilzunehmen. Es trägt den Titel "Lesen des Bodens in der Archäologie: Feldpraxis und interdisziplinäre Perspektiven" und findet an der Universität von Tours statt, im Herzen der Stadt, auf dem Gelände ‘Tanneurs’ der Universität. Wir beabsichtigen, die Beiträge zu veröffentlichen. Bodenmerkmale stehen seit einigen Jahren im Mittelpunkt archäologischer Fragestellungen, insbesondere angeregt durch die Arbeiten der Präventivarchäologie. Ihre Identifizierung, vor allem im Feld, ist nach wie vor eine Quelle für neue Daten und neue Ansätze. Ihre Interpretation wird zu einem unverzichtbaren Schritt in der archäologischen Forschung und kann für bestimmte Zeiträume eine zentrale Rolle spielen. Das Thema des Symposiums wurde durch die gemeinsamen Überlegungen einer Gruppe von Archäologen und Fachleuten der Geowissenschaften inspiriert, mit dem Ziel, interdisziplinäre Ansätze zum Verständnis archäologischer Ablagerungen und Fundstätten zu verstärken. Themen aus den Bereichen Bodenkunde, Stratigraphie, Sedimentologie, Geophysik und anderen Disziplinen werden aufgegriffen, um den Boden in archäologischen Kontexten zu diskutieren. Dabei wird das Potenzial dieser Ansätze sowohl für die Planung von Feldarbeiten als auch für die Entwicklung von archäologischen Strategien berücksichtigt.

Zielsetzungen und Orientierungen

Das Symposium hat zum Ziel, die interdisziplinäre Betrachtung der Bodenkomponente in der Feldarchäologie zu fördern und sich dabei insbesondere auf den Beitrag der Geowissenschaften im Allgemeinen zu stützen. Dies soll zu einer besseren Organisation der verschiedenen Forschungsthemen wie Feldaufnahme, Probenahmen, Analysen, Korrelationen und Interpretation führen. Der Aufbau von Referenzsystemen, von Leitfäden für bewährte Praktiken und einer Sensibilisierung für die Erkennung von pedo-sedimentären Merkmalen bei archäologischen Feldarbeiten scheinen heute unerlässlich zu sein. Diese Einladung ist offen für jeden Vortrag und Aufsatz zu archäologischen Kontexten, die den Dialog zwischen Archäologie und Umweltwissenschaften im Rahmen menschlicher Präsenz und Aktivitäten betrifft, die sich in natürlichen oder vom Menschen beeinflussten Bodenhorizonten und – schichten in und außerhalb von Strukturen präsentieren. Das Symposium ist thematisch gegliedert und gibt den Beiträgen keine zeitlichen oder geographischen Grenzen vor. Was kann für die Analyse und Interpretation archäologischer Strukturen und Schichten gewonnen werden, wenn bei den ersten Feldbeobachtungen die Bodeneigenschaften berücksichtigt werden? Wie können solche Ansätze, die die Zusammenarbeit verschiedener Akteure erfordern, erleichtert und verbessert werden?

Um die Untersuchung und das Verständnis der Entstehung von Fundstellen zu optimieren, werden angepasste Protokolle und Entscheidungshilfen benötigt, die von der lokalen bis zur makroregionalen Ebene reichen. Alle Feldakteure in diesem Bereich sind von den vorgeschlagenen Diskussionen betroffen. Das Symposium befürwortet gemeinsame Präsentationen von Archäologie und Geowissenschaften, über gemeinsame Felderfahrungen und Bewertungen, über erste Synthesen und Referenzsysteme. Es befasst sich auch mit der Frage der Protokolle und der Optimierung der Feldarbeit sowie mit den Entscheidungsprozessen bei der Auswahl der Analysen, auch im engeren Rahmen eines entwicklerfinanzierten Projektes. Bevorzugt werden Präsentationen mehrerer Autoren verschiedener Sphären zu den vorgeschlagenen Themen. Für spezifische Fallstudien (case-studies) werden Poster-sessions angeboten. Das Symposium wird in Sitzungen organisiert, die auf der Grundlage der Vorschläge für die Mitteilungen festgelegt werden. Mögliche Themen sind:

  • 1. Die Implementierung von Interdisziplinarität: die Komplementarität der archäologischen und pedo-sedimentären Beschreibungen und Ansätze im Feld; die Klärung und Definition der wichtigsten und unverzichtbaren Fachterminologien jeder der Feldakteure; die praktische Ausbildung, ob als Student oder während der beruflichen Laufbahn;
  • 2. Beiträge von pedosedimentären Feldstudien und Bodenmerkmalen (1): spezifische Kontexte (prähistorisch, städtisch, ländlich usw.) und Strukturen (ausgegrabene, erhobene und Verbrennungsstrukturen, umhegte Flächen wie Gebäude, Höfe, Gehege usw.);
  • 3. Beiträge von pedosedimentären Feldstudien und Bodenmerkmalen (2): spezifische Ablagerungen (Kolluvium, dunkle Erden, Torf…) und Bodenhorizonte (Besiedlung, Bewirtschaftung, Referenzhorizonte...);
  • 4. Methoden: Vorteile und Grenzen einer Systematisierung der Studie gemeinsamer und leicht identifizierbarer Feldmerkmale; Erstellung und Verfügbarkeit von Referenzdokumenten und Auswahl der Klassifizierungsinstrumente.

Kategorien

Sprachen: Englisch, Französisch